Geschichten, die das Oldtimerleben schreibt.


Wir sind Sieger

Arnsberg Klassik mit FIAT 500

Mein Schrauberfreund Karl-Heinz sagte mir kürzlich in seinem brummigen Ton: " ... weißt du eigentlich, wofür die kleinen Autos gebaut wurden?"

Klar, sagte ich, zum Rallye fahren! Das meinte er natürlich nicht, sondern wollte mich ermahnen, das FIATchen nicht so zu strapazieren.

Wir fuhren die Arnsberg Klassik zum 7. Mal. Natürlich wurde vor dem Start wieder über das Autochen gefrotzelt und gelästert, aber so was lässt mich kalt. Es regnete, nein, es goss vom Himmel, aber der Fiat verzeichnete keine Wassereinbrüche und machte auch sonst keine Mätzchen.

Um 20:30 Uhr dann die Siegerehrung. Es waren in 3 Klassen 80 Fahrzeuge am Start, in unserer Klasse waren 42 Fahrzeuge angetreten. Der 42 Platz hatte 200 Fehlerpunkte und es ging weiter bis zu den 1. 10 Patzierten. Meine Frau, sie ist der Navigator, wurde immer unruhiger, denn wir lagen bei den vorherigen Arnsberg Klassik bei Platz 16 - 14. Dann kam Platz 3 mit 0,3 Fehlerpunkten. Das waren wir!! Wir hatten alles richtig gemacht, waren nur bei einer Zeitfahrt über 29 km, 3 Sekunden zu schnell.

Insgesamt waren 124 Fahraufträge bei ca. 170 km zu fahren, durch das Sauerland, Teile der Soester Börde und zurück nach Arnsberg.

Gegen 22:00 Uhr erreichten wir, mit unseren Pokalen ausgestattet, wieder unser Hotel und gingen auf einen Absacker ins Restarant, da war was los, unsere Pokale wurden vom Personal bestaunt und die Chefin kam mit einer Rose für meine Frau an unseren Tisch und erzählte den noch vorhandenen Gästen ganz aufgeregt, dass wir Rallye Sieger geworden sein, worauf lauter Jubel und Geklatsche ertönte.

Das sind Momente im Leben, die man nicht vergißt.

Claus Czekala; Jan. 2017





Kleine Geschichten zum Schmunzeln:


Schwalbe ohne Frischluft

Unser Club-Mitglied Jens Bösner liebt das Extreme. Seine PS starke Corvette C3 Stingray für die Überlandfahrt und das motorisierte Zweirad, eine Schwalbe, für die kleine Tour " um die Ecke".

Nach dem der Vorbesitzer die Schwalbe nach Hatzfeld in das Obere Edertal transportierte und Jens den Tank mit vorgefertigter Mischung befüllt hatte, startete die Schwalbe beim 1. Tritt auf den Kickstarter. Nach ein paar Metern Fahrt schaltete das Getriebe einwandfrei, die Bremsen funktionierten mäßig, das Licht flackerte nicht mehr und somit stand einer kleinen Ausfahrt ins Nachbardorf nichts mehr im Wege.

Das Nachbardorf wurde erreicht und ein kleine Steigung  in Angriff genommen um  die "Durchzugskraft" der Schwalbe zu erproben. Doch dann geschah es, die Schwalbe, wurde "fluglahm" und wollte nur noch geschoben werden, da ging nichts mehr, kein Zündfunke und rein gar nichts mehr.

Wieder in Hatzfeld angekommen, nach einem beschwerlichen "Rück-Schiebe-Marsch" der Schwalbe, wurde der Vorbesitzer telefonisch darüber informiert, dass die Schwalbe nicht läuft und überhitzt.

Der Vorbesitzer war nicht sonderlich erstaunt und hatte das Problem sofort erkannt: " Kein Wunder, hier auf der Werkbank liegt das Lüfterrad, das habe ich vergessen zu montieren!"

Ein paaar Tage später kam mit der Post ein Ersatzteilsortiment einschließlich Lüfterrad. Nach Montage des Lüfterrades gab es keine Probleme mehr mit einer "flügellahmen" Schwalbe.

erzählt von Jens Bösner, niedergeschrieben und "ausgeschmückt" von Claus Czekala Mai 2016


Unglaublich......, aber wahr!

Oliver beschäftigte sich nach Betriebsschluss mit der ungeliebten Buchhaltung für sein Unternehmen "Farbe & Fahrzeuge". So richtig wollte der Papierkram nicht von der Hand gehen und Oliver schaute verträumt in die Abendsonne, in deren Schein er viel lieber mit dem Sportrad unter Wegs wäre. Aus den Augenwinkeln sah er eine männliche Person mittleren Alters, die durch die verschlossene Glas-Eingangstür spähte.

Oliver gab der Person ein Zeichen, dass er die verschlossene Tür aufsperren würde.

Der Mann trat ein und Oliver fragte ihn, ob er denn helfen könne.

Der Mann druckste herum und fragte schließlich, ob man eventuell im Betrieb in der Lage sei,an seinem Opel Kadett C Coupe`neue Schweller ein zu schweißen.Oliver bejahte und fragte, ob die Schweller stark beschädigt wären und ob der zukünftige Kunde Ersatzschweller habe.

Die habe er, aber es sei ein Schweller-Reparatursatz. Das fand Oliver nicht so gut, da diese Art von Schweller in der Regel nicht passgenau sind und fragte, ob die vorhandenen Schweller denn so stark verrostet wären, dass man die nicht mehr verwenden könne.

Nein, das wären sie nicht, die Schweller hätten keinen Rost und wären Einwand frei.

Oliver war sehr erstaunt, stutzte und fragte den zukünftigen Kunden, warum er denn die Schweller auswechseln wolle, wenn diese doch intakt seien.

Kleinlaut erklärte der zukünftige Neukunde, dass ein Kollege ihm berichtet habe, dass die Kadett C Coupe` Schweller sehr rostanfällig wären und er die Schweller mit der Flex aufgetrennt habe, um nachzuschauen, ob das an seinem Fahrzeug auch so sei.

Und, fragte Oliver, waren die Schweller verrostet?

Kleinlaut antwortete der Neukunde:  "Nein, sie sind vollständig rostfrei, aber nun halt zerstört"!

Claus Czekala, April 2016                                                                                                      " Ausgeschmückt" nach einer Erzählung von Oliver Dannler